2011 war ein feuchtes Jahr. Ein verregneter Sommer, Putin war tauchen, zu Guttenberg ist baden gegangen und der FDP steht das Wasser bis zum Hals. Europas Politiker, allen voran uns Angie, sind nur noch mit Rettungsschirm unterwegs. Wobei mich deren Aktionismus an eine Fahrradtour während meiner Kindheit erinnert, als der Schlauch des Vorderrades meines Onkel jede halbe Stunde eine neues Loch offenbarte und wir zwangsweise Pause machen mussten, um diese zu flicken. Ebenfalls eine nasse Angelegenheit, da man dazu meist das Wasser eines nahe gelegenen Baches oder Tümpels zu Hilfe nahm, um die Löcher zu entdecken.

Nass bei all dem verquerten Tun der deutschen Politikerriege werden auch die Augen der Zuschauer, der Wähler, der Interessierten. Tränen der Belustigung mutieren zu Tränen der Hoffnungslosigkeit, Tränen der Betroffenheit verwandeln sich unter Zuhilfenahme von einer guter Portion Zynismus in Lachtränen. 'Himmelhochjauchzend bis Zutodebetrübt' – die passende Zustandsbeschreibung eines ganzen Landes. Wobei wir allerdings nicht auch die Dummheit des Durchschnittsbürger vergessen dürfen. Kleine Kostprobe? 70% der Deutschen befinden die Arbeit der Regierung als schlecht, 70% der Deutschen befinden Angela Merkels Arbeit als Kanzlerin gut. Wenn ich solche Statistiken vorgesetzt bekomme, neige ich dazu jeden Bürger auf seine Wahltauglichkeit prüfen zu lassen. Hervorragend dazu geeignet wären die Einbürgerungstests, diese würden nicht nur die Spreu vom Weizen trennen, sondern mittelfristig Steuergelder sparen, weil nur noch eine Handvoll Bürger für die Wahlen zugelassen wären. Kleine Statistik dazu: 648 von 1000 Deutschen haben den Standard-Einbürgerungstest, wie er jedem politischen Verfolgten , Wirtschaftsflüchtling oder freiwillig Umsiedelnden vorgelegt wird, nicht bestanden. Aber das unsere Bildung im Fundament instabil ist und über die letzten Jahre eine akute Schieflage zu beklagen hat, wissen wir ja schon länger und nicht erst nach PISA.

Überhaupt, wo wir schon bei der Identität des Deutschen sind, wann ist die Bundesliga eigentlich zu diesem Kindergarten verkommen? Überall wird genöhlt, gejammert und geschluchzt. Und wer ist schuld? Immer die Anderen! Thomas Tuchel, seines Zeichens Wutbürger der ersten Generation, bellt Schiedsrichter Gagelmann an wie ein Terrier auf Ecstacy den Postboten, betont nach dem Spiel aber: "Ich habe nichts gemacht!" Huub Stevens, seines Zeichens einstiges Frisurenvorbild von Theodor zu Guttenberg, wird auf die Tribüne geschickt und behauptet danach: "Ich war nicht einverstanden mit einer Entscheidung von Gräfe. Da habe ich reagiert - aber nicht so schlimm, fand ich. Dann hat mich der vierte Offizielle angeschrien - und darauf habe ich reagiert!"

Klasse! Der eine sagt sinngemäß "wirklich, der Regenwurm ist mir in den Mund gefallen!" und der andere krächzt "aber der hat doch angefangen!?" Wir halten fest: Die Frustrationsschwelle eines Bundesliga-Trainers liegt offenbar auf dem Level von Achtjährigen, die schon beim "Malen nach Zahlen" in der Edition "schwarzes Viereck" anfangen, vor Überforderung mit den Stiften um sich zu werfen. Ganz ehrlich: Ein bisschen länger als einen Spieltag hätte das verständnisvolle Miteinander von Trainern und Schiedsrichtern nach Rafati schon anhalten dürfen. Vor allem wenn es um solche Bagatellen geht. Was macht eigentlich Katarina Saalfrank nach dem Aus von "Super Nanny"?

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren


Anti-spam: complete the taskJoomla CAPTCHA