So wie die Videospielindustrie im Wandel ist und ihre Prioritäten auf die neuen Konsolen und Mobile-Games ausrichtet, so formt sich im PC-MMORPG Segment eine neue Bewegung. Eine Bewegung in der Top-Entwickler in direkter Kommunikation mit den Fans ihrer Spiele stehen, auf sie zugreifen und um Mitgestaltung und -finanzierung bitten. Wir sprechen hier von den sogenannten Kickstarter-Projekten.

Über Dekaden dachten wir in unserer westlichen Kultur niemals darüber nach, dass die Unterhaltungsbranche ein Tummelplatz für Crowdfunding (Schwarmfinanzierung) (*1) werden könnte. Die Vorgaben was für eine Art der Massenunterhaltung wir gefälligst zu konsumieren hätten, wurde uns meist von Musik-, Film- und/oder Spielproduzenten vorgegeben. Und da der Mensch gerne geführt wird und ungern eigenständig denkt, folgte das Gros der Herde den Vorgaben, irrte erst in der Wüste des Mittelmaßes umher bis es stumm in den Treibsand der Qualitätslosigkeit geriet.

In der MMOG-Branche kann man derzeit allerdings einen Umbruch feststellen, denn mittlerweile versuchen immer mehr Leute sich aus dem Treibsand zu befreien und greifen nach den bereit liegenden Ästen der Hoffnung, welche derzeit von sogenannten Kickstarter-Projekten (*2) dargeboten werden. Während einige dieser Projekte durchaus auch fragwürdig und unfundiert erscheinen, gibt es andere, die von alten Pionieren des Genres angeführt werden: Mark Jacobs, Mitgründer von Mythic und Executive Producer von Dark Age of Camelot kündigt mit Camelot Unchained einen geistigen Nachfolger an; Richard Garriott aka Lord British und Erfinder von Ultima Online tritt nach seiner Meinungsverschiedenheit mit NCSoft und dem daraus resultierenden Tabaula Rasa Debakel mit Shroud of the Avatar wieder an die Öffentlichkeit und Filmproduzent (u.a. Punisher, Lord of War) und Entwickler-Legende (u.a. die Wingcommander Serie) Chris Roberts verblüfft die großen Studios und Publisher mit derzeit über 8 Millionen Dollar via Crowdfunding für sein Projekt Star Citizen.

Warum diese renommierten Entwickler nicht zu einem Unternehmen wie NCSoft oder Activision gehen, um diese von ihren Ideen überzeugen und somit die Finanzierung bekommen, sondern sich auf das Risikospiel Crowdfunding einlassen? Ganz einfach, sie wollen sich nicht mehr von irgendwelchen leeren Anzugträgern Konzepte aufdiktieren lassen. All die oben genannten Pioniere des Genres könnten, wenn sie denn rechtlich dürften, mit Sicherheit uns Liebhabern und Interessierten die ein oder andere Gruselgeschichte erzählen.

Darüber hinaus scheuen die großen Publisher mittlerweile vor MMOGs zurück. Zum einen mögen sie es nicht, wenn ihre Firmen mit diesem Teilsegment der Spielbranche gebrandmarkt werden und zum anderen mussten sie sich – gezwungen durch die Rückschläge der letzten Jahre - eingestehen, dass das Aufspringen auf den Erfolgszug World of Warcraft doch nicht so einfach ist, wie anfangs angenommen. Hinzu kommt das Venture Kapital Firmen noch immer hauptsächlich sich mit dem nichtssagenden und stark abnehmenden Social Gaming Markt abgeben.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren


Anti-spam: complete the taskJoomla CAPTCHA