Stichtag ist der 12 Juni diesen Jahres. Die heutige Nachricht, dass Trion Worlds Rift auf ein Freemium Bezahlmodell umgestellen wird, kam für viele überraschend. Aber so leid es mir auch selber tut, es ist ein logischer Schritt, wenn man sich die Begleitumstände zu Gemüte führt.

Rift, als Produkt, schrieb schon 6 Monate nach Veröffentlichung schwarze Zahlen. Die Entwicklungs- und anfänglichen Marketingkosten waren durch den Verkauf von knapp 1 Millionen Basisversionen schnell refinanziert und die damals geschätzte Zahl von Abonnenten (~300.000) reichte locker aus, um die laufenden Kosten, welche ein MMORPG der Konzeption Rift, zu decken und nebenbei sogar noch Profit zu erwirtschaften. Doch die Abonnentenzahlen sanken nach den ersten 6 Monaten zwar geringfügig, aber stetig. Dann kam das Add-On Stormlegion. Die Entwicklungskosten konnten durch die Verkäufe ebenfalls erwirtschaftet werden und brachte sogar zusätzlich temporär eine leichte Revitalisierung der Abonnentenzahlen.

Rift, wenngleich auch eines der besten Vertreter seiner Zunft in dem Post-World of Warcraft-Zeitalter, konnte auf langer Sicht zum einen seiner größten internen Schwäche, dem mittlerweile abgedroschenen Gear Grinding als einziges sinnvolles Endgame-Element, und zum anderen dem externen Wettbewerbsdruck durch hochqualitativer F2P-MMOGs mit selbiger Konzeption nicht lange stand halten. Die Verkäufe an Basisversion, obwohl sehr günstig, ging rapide zurück, es kamen kaum noch frische Spieler hinzu und in den mittleren Stufenbereichen lief man z.T. selbst auf den, im Vergleich zu anderen, stark bevölkerten Servern alleine als Spieler umher. Folge all dieser Umstände fiel die Abonnentenzahl von Rift, so wird vermutet, in den letzten Monaten unterhalb der 6-stelligen Grenze und erreichte somit den kritischen Break-Even Bereich, welcher markiert, ab wann die laufenden Kosten plus die gesetzte Gewinn-Marge X noch gedeckt werden.

Darüber hinaus hat sich Trion Worlds für ihre Red Door Gaming Plattform Archeage an Land gezogen. Jenes MMORPG also, welches als Hybrid zwischen alt bekannten Themepark und Sandbox-Elementen ein neues Zeitalter des Genres einläuten soll und von der Community sehnlichst erwartet wird. Dieses wird mit dem üblichen Pay-to-Play Bezahlmodell ausgestattet sein. Warum sollte sich Trion Worlds also Konkurrenz im eigenen Hause bereiten?

In einem Interview auf mmorpg.com konnte Creative Direktor Bill Fisher direkt ein paar Details zu der geplanten Umstellung preis geben und dabei stößt man, wahrscheinlich zur Beruhigung der loyalen Rift-Gemeinde, auf nichts wirklich schlimmes oder gar abschreckendes. Rift wird frei spielbar für alle, es gibt für 'freie' Account keine wirklich dramatischen Einschränkungen, aktive Abonnenten werden keinen großen Unterschied bemerken und auch ehemalige Abonnenten werden von den meisten Einschränkungen unberührt bleiben.

Wie in allen Fällen, als hochqualitative MMORPGs wie Herr der Ringe Online oder Age of Conan den Schritt zum Wechseln auf ein Freemium Bezahlmodell getan haben, so wird sich auch Trion Worlds einen Anstieg bei den Abonnentenzahlen und belebter Server erhoffen. Wenngleich dies auch wieder nur von überschaubarer Dauer sein dürfte.

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