Nachdem man das letzte Jahr wirklich abhacken kann und wirklich keines der neuen MMOGs einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben und damit meine ich jene Art von Eindruck, welcher einem Spieler zu langmonatiger Treue verleitet, werfen wir einen Blick voraus in dieses Jahr und auf was wir von der Industrie serviert bekommen.

Die schlechte Nachricht zuerst: Wenn nichts überraschendes passiert, wird bis auf Wildstar keines der in diesem Artikel noch angesprochenen Spiele im ersten Halbjahr 2014 erscheinen. Und somit geziemt es sich auch, das wir mit Wildstar anfangen. Wildstar ist zwar derzeit das wohl am meisten erwartete Spiel und nach Meinung vieler der beste WoW (World of Warcraft) Klon, wenn nicht sogar WoW 4.0, also das was WoW mal hätte sein sollen ... können … müssen. Wie auch immer. Wildstar besitzt alle Eigenschaft des typischen MMORPG Konzepts, was seit über einer Dekade – und bei weitem nicht von Blizzard erfunden wurde – die Spielerschaft erfreut, wenn auch neuzeitlich mehr und mehr ploarisiert. Freudig ist allerdings, dass das Entwicklerstudio Carbine anscheinend aus den vergangenen Jahren und dem Treiben auf dem Markt gelernt hat, denn sie implementieren von Beginn an all das, was andere Firmen für die Add-Ons ihrer Produkt versprochen (und z.T. nie gehalten haben) und würzen das angestaubte Konzept mit einigen Neuerungen. Wildstar beinhaltet alles, was ein gutes traditionelles MMORPG haben sollte und einiges darüber sogar hinaus. Wir werden Spaß haben, keine Frage, wie lange der Spaß allerdings anhält, werden wir abwarten müssen, denn die Befürchtung, dass auch das traditionelle und abgelutschte Gear Grinding als einziger Endspiel-Inhalt bestand hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Wenn aber ein Spiel in 2014 unser Geld verdient hat, dann dieses.

Mit Archeage hat uns XLGames ein Hybridspiel, also ein MMORPG alter Schule mit Sandbox Elementen, versprochen und soll endlich dieses Jahr für den Westen zugängig gemacht werden. Aber die Reputation des Spieles hat gelitten. Während Anfang 2013 Archeage kaum noch erwartet werden konnte, sank die Begeisterung bei der Community seit Veröffentlichung des Spieles auf dem koranischen Markt mit jeder Meldung, die danach über den Ticker lief. Schuld daran war wohl vor allem die leidige Umstellung auf ein F2P Modell. Ein Spiel mit inhaltlich so vielen Möglichkeiten und Betätigungsfelder kann nicht in einer Nacht- und Nebelaktion auf F2P umgestellt werden, nur weil binnen der ersten drei Monate die 08/15 Spieler, jene, die mit Komplexität und Langzeitinvestition nichts anfangen können, jene, deren Aufmerksamkeitsspanne vom ersten Kaffee des Tages bis zum morgendlichen Stuhlgang reicht, abgesprungen sind. Nachdem dann auch schon das russische F2P Modell bekannt wurde, fing der erste Sturm der westlichen Fans auf die Pläne an und Trion Worlds, als Publisher für NA und EU sollte gewarnt sein, den Bogen nicht zu überspannen.

Ebenfalls mehr oder weniger traditionell geht es bei The Elder Scrolls Online (TESO) zu. Anfangs hatten viele Fans der Elder Scroll Reihe auf eine Umsetzung der typischen Elemente und Spielmechaniken gehofft, doch nach der ersten Pressekonferenz wurde schnell klar … ein weiteres MMOG nach angestaubten Konzepten. Ganz ehrlich, im Vergleich zu Wildstar oder Archeage sieht TESO alt aus und damit meine ich nicht die Grafik, sondern die Features. Wenn es hoch kommt beinhaltet dieses Spiel gerade mal ein Viertel der Features, die Wildstar oder Archeage auffahren und um diese beiden zu spielen, muss man vorab keine 50 € auf den Tisch legen. Bethesda als Publisher bzw. Zenimax das unternehmensangebundene Entwicklerstudio dürften spätestens nach den Prognosen von Forbes und dem Wall Street Journal gewarnt sein, die der Firma einen Riesenverlust prophezeit. Normalerweise bin ich kein Freund von diesen sogenannten Wirtschaftexperten mit ihren Glaskugeln, aber in diesem Fall stimme ich überein. Also, wenn man TESO tatsächlich spielen will, dann spart euch die 50 € und wartet 6 Monate. Spätestens dann dürfte das Spiel auf F2P umgestellt sein.

 

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