Im Zuge der auf den H1N1-Virus zurückzuführenden Schweinegrippe kamen 2009 im Internet Gerüchte über einen neuen Erreger auf, der die Infizierten nach ihrem Ableben in bester Zombie-Manier für zwei Stunden reanimierte; allerdings mit extrem gewalttätigem Verhalten. Der angebliche Name der Virus-Mutation: H1Z1. Was sich damals als Internet-Scherz herausgestellt hat, wird nun zum Namen von Sonys neuestem Postapokalyptischen-Zombie-Survival-MMORPG.

Vor zwei Wochen wurde H1Z1 von SOE-Präsident John Smedley via Live-Stream der Welt mit groben Eckpunkten und einem Ingame-Video vorgestellt. Das Fazit: H1Z1 ist eine Kopie von Day-Z nur größer, umfangreicher, durchdachter, konsumentenfreundlicher. Das Spiel basiert auf der von SOE selbst entwickelten ForgeLight-Engine, die bereits bei PlanetSide 2 und bei EverQuest Next zum Einsatz kommt. Genau wie im Shooter-MMO soll es dann auch im Zombie-Survival-Onlinespiel ein Player Studio geben, über das Spieler selbst Vorschläge für die Entwicklung des Spiels einreichen können. Und für nur 20$ soll H1Z1 schon ab nächsten Monat via Early-Access zugängig gemacht werden.

Der Spieler beginnt 15 Jahre nach dem Ausbruch eines Zombie-Erregers in irgendeiner Kleinstadt inmitten der USA und ihrer Umgebung. Die Auswahl des Startpunktes bleibt offenbar gänzlich den Spielern überlassen. Und SOE hat sich im Bezug auf die Spielwelt ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Eine ganz eigene Version der USA nach einer Zombie-Apokalypse, die nach und nach erweitert werden soll. So soll es mittelfristig darauf hinauslaufen, dass wenn man als Spieler von der Ostküste zur Westküste reisen möchte, man je nach Fortbewegungsart auch dementsprechend an realer Zeit benötigt. Ebenfalls könnte dies bedeuten, dass Spieler über die veränderten Großstädte wie New York oder Los Angeles stolpern wird.

Vom Startpunkt aus lassen sich dann im besten Sandbox-Stil die Wildnis und die umliegenden Städte erkunden. Keine Missionen, keiner der einem von A nach B schickt, die Kreativität der Spieler gepaart mit der notwendigen Logik in einer solchen Welt zu überleben ist gefragt. Es gilt zu überleben. Um dies zu mindestens in Ansätzen zu erreichen müssen Ressourcen beschafft werden, sichere Unterschlüpfe und Zweckgemeinschaften geschaffen werden. Das dazu notwendige Crafting-System, das Smedley im Vergleich zu jenen in Konkurrenztiteln als äußerst komplex beschreibt, ist natürlich vorhanden. Von improvisierten Bögen über Pistolen bis zu großkalibrigen Waffen und vom Bretterverschlag über Blockhäuser bis zu Befestigungsanlagen für Dörfer soll alles gebaut werden können. Ziel sei es, den Spielern zu ermöglichen, sich ein eigenes Woodbury aus The Walking Dead aufzubauen oder ein Gefängnis zu besetzen und als Hauptquartier zu benutzen. Darüber hinaus spricht Smedley auch nutzbare Fahrzeuge an. Fluggeräte wie Hubschrauber und Kleinflugzeuge soll es später ebenfalls geben.

 »Der größte Unterschied zu anderen großartigen Spielen des Genres ist der Schwerpunkt, den wir auf den Spieler-Besitz und auf das Bauen von Dingen legen. Wir wollen, dass die Spieler sowohl umher wandernde Gangs, die sich eine verlassene Lagerhalle als Unterschlupf gesucht haben, formen können - oder sich von Grund auf ein eigenes Haus bauen, nachdem sie zunächst Bäume gefällt und sich Ressourcen gesichert haben. Wir geben den Spielern die Werkzeuge, um ihre eigenen Dörfer, Camps und Befestigungen zu bauen.«

Weiterhin betont Smedley, dass H1Z1 über eine persistente Spielwelt mit Tausenden von Spielern und ohne Instanzen verfügen wird, die sich auf mehrere isolierte Server verteilen. Genau wie in EverQuest Landmark soll es den Spielern möglich sein, die virtuelle Welt nachhaltig zu beeinflussen. Ebenfalls legt SOE in H1Z1 wert auf von den Spielern angetriebene In-Game-Wirtschaft. So soll es unter anderem auch möglich sein, sich einfach nur als Farmer, Jäger oder Handwerker zu betätigen und die eigenen Produkte an andere Spieler zu verkaufen. Auf Fähigkeiten und Levelaufstiege verzichtet man hingegen gänzlich.

Die wichtigste aller Aussagen in Smedleys Präsentation und im Community Dialog via Reddit ist aber folgende: Die Regeln sollen sich jedoch von Server zu Server unterscheiden – so wird es also auch reine PvE-Spielwelten geben. Was viele bei Day-Z oder ähnlichen Survival Spielen in der Vergangenheit abschreckte – das irgendwelche Soziopathen einen ausnutzen und bei der erstbesten Gelegenheit eleminieren – soll damit umgangen werden. Damit öffnet H1Z1 den 'normalen' Spielern ein durchaus vielversprechendes Sandbox Erlebnis mit hohem Befriedigungsfaktor und sich selbst eine dementsprechende große zahlungskräftige Kundschaft. Daran ist allerdings auch eine Art Cashshop und somit Microtransactions geknüpft. Wenn man allerdings in Betracht zieht, wie SOE dies in ihren anderen Spielen wie Planetside 2 oder DC Universe Online umgesetzt hat, besteht Hoffnung für eine faire und vernünftige Umsetzung.

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