Die Ära der großen typischen MMORPGs neigt sich gefühlt dem Ende zu. Zeit sich auf dem Markt nach interessanten Alternativen für den abendlichen Spielspaß mit Freunden umzuschauen. Mit 'The Crew' (November 2014) präsentiert uns die Firma Ubisoft ein anspruchsvolles MMO-Spiel mit zum Teil neuen Ideen, Spielspaß und hohem Kooperationsfaktor.

The Crew“ könnte ein Rennspiel von der Stange sein - bietet aber schon in der Beta die unglaublichste Spielwelt des Genres. So macht Sightseeing in den USA Spaß. Gleich zu Beginn der Beta wird man mit der Story von The Crew konfrontiert: Rennfahrer Alex muss hilflos mit ansehen, wie sein Bruder ermordet wird. Und damit nicht genug: Er wird selbst verdächtigt, von einem korrupten FBI-Agent verhaftet und dingfest gemacht. Nach fünf Jahren Knast holt ihn FBI-Agentin Zoe aus der Zelle und bietet Alex einen Deal an: Er soll für sie den Mörder des Bruders finden und den korrupten Kollegen auffliegen lassen. Dafür muss man aber erst die Rasergang »5-10« infiltrieren und in deren Gunst hocharbeiten. Irgendwie 08/15. So klischeebehaftet das Gerüst der Geschichte auch klingen mag, die ansehnlichen Zwischensequenzen und Dialoge machen sie spannend und sehenswert. Möglicherweise entwickelt die Geschichte im Verlauf der Kampagne – in der Beta konnte man nur einen kleinen Bruchteil durchspielen - auch noch interessante Wendungen.

Was komplett überrascht ist die Größe der Spielwelt. Auch wenn in der Beta die Stufe des Fahrer limitiert war und noch nicht alle Missionen zur Verfügung standen, so konnte man doch die komplette Spielwelt erkunden, wenn man sich denn die Zeit nahm. Von Detroit über New York nach Miami via Highway nahm rund 30 Minuten Spielzeit bei im Durchschnitt 180 km/h Fahrgeschwindigkeit in Anspruch. Die Reise von Ost- zur Westküste, diesmal allerdings mehr über die Landstraßen, von Miami über Dallas und Las Vegas nach Los Angeles nahm dann schon über 2 Stunden in Anspruch. Die Rückreise über Seattle, Salt Lake City und Chicago weitere 2 Stunden. Nebenbei bemerkt ... keine Lags, keine Ladebildschirme oder ähnliches sind während der Reise aufgetaucht.

Ein absolutes Highlight war diese Fahrt von Ortschaft zu Ortschaft, von Stadt zu Stadt. Das liegt mitunter daran, dass die Macher selbst abgelegene Landstraßen in detailreiche und teilweise richtig schöne Umgebungen gebaut haben. Dazu Flugzeuge und Vögel am Himmel, Passanten und Tiere abseits des Asphalts. Eine nächtliche Fahrt durch den Wald, leuchtende Sterne. Die Spielwelt ist sehr detailiert und verdammt nahe an der Realität, was sowohl die typischen Sightseeing-Punkte als auch die landschaftlichen und klimatischen Eigenschaften einer Region angeht. Ebenfalls sollte man auch den Verkehr auf der Straße nicht vergessen. Was anfang sehr statisch wirkt, kann bei hohem Tempo zu üblen Unfällen führen. Und fährt man wie der letzte Mensch auf Erden und nimmt weder auf andere Verkehrsteilnehmer oder Fußgänger Rücksicht, endet man schnell auf der Abschussliste der lokalen Cops und befindet sich in einer heißen Verfolgungsjagd. Wenn es ganz schlecht läuft, heftet sich ein Polizeihubschrauber an unsere Versen. Ein Entkommen wird dadurch enorm erschwert.

Ist „The Crew“ das Spiel mit der größten Spielwelt? Eine offizielle Aussage dazu gibt es bislang nicht. Das Straßennetz soll 10.000 Kilometer umfassen. Die Gesamtfläche soll laut Ubisoft die von Skyrim, Grand Theft Auto 5, Forza Horizon, Need for Speed: Rivals, Red Dead Redemption und Far Cry 3 zusammen addiert toppen!


Unterschiedliche Klassen, Levelaufstiege und Hauptcharaktere - The Crew entpuppt sich als Rennspiel mit vielen Anleihen aus dem Rollenspiel-Sektor. Neben Haupt- und Nebenmissionen (instanziert), gibt es Landmarks zu erkunden (alle mit kleinen Videosequenzen ausgestattet), Fähigkeitsherausforderungen (u.a. Geschwindigkeit, Präzision, Sprung, Bergklettern). Und überall gibt es neben Erfahrungspunkte und Geld auch Bauteile zur Verbesserung des Fahrzeuges abzustauben. Dazu gibt es versteckt in den einzelnen Regionen Bauteile für ein spezielles Auto zu entdecken. Wie es sich für ein MMO gehört, setzt „The Crew“ voll auf Multiplayer. Zwar kann man jede Mission auch alleine angehen, die Erfolgschancen sind in der Gruppe aber deutlich größer. Wenn man sich besonders gut mit anderen Spielern versteht, schließt man sich in einer der namensgebenden Crews zusammen und nimmt zusammen an Community-Events teil. Viele Events sind in der Gruppe nach ersten Eindrücken deutlich leichter machbar.

Negativ sind bislang nur drei Punkte aufgefallen. Zum einen erkennt das Spiel derzeit nicht alle Gamepads, wobei allerdings eine Steuerung per Tastatur machbar ist. Egal, welche Steuerungsart man wählt: Die Fahrphysik ist noch ein wenig verbesserungswürdig. Das Heck des Fahrzeugs bricht sehr schnell aus und sehr oft fühlt es sich an, als ob man auf Seife fährt. Man sollte anfangs bei der Auswahl nicht unbedingt auf die Schnelligkeit eines Fahrzeuges achten, sondern auf das Handling. Man sollte sich also die Zeit nehmen und die einzelnen Fahrzeuge einer Testfahrt unterziehen. Ebenfalls Kritik erntete Ubisoft mit der Entscheidung, dass Fahrzeuge auch mit Echtgeld zu kaufen sein werden. Zwar kann man sie alle auch mit der Ingamewährung erstehen, es benötigt aber viel Zeit und Geduld.

„The Crew“ ist derzeit für 40-50 € zu erwerben und erscheint im November. Nehmt euch die Zeit und stattet der offiziellen Webseite einen Besuch ab und informiert euch. Es lohnt sich.

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